Eines der klassischen Erzählmuster, denen ich begegne ist: „Wenn man online zu viel von sich preis gibt, dann wird einem das irgendwann schaden. Zum Beispiel wenn ein Personaler einen ,googelt’ oder so“.

Ja, so kann man das sehen. Aber ich unterscheide ja gerne zwischen einer privaten und einer professionellen Nutzung des Social Webs. Je nach Job kann das natürlich verschwimmen – muss es aber nicht.

Wichtig ist es wieder einmal, den Unterscheid zwischen „privat“ und „persönlich“ zu verstehen.
Privat ist es, den Streit mit der Schwigermutter, die mit im Haus wohnt, im Blog zu beschreiben.
Persönlich könnte es zum Beispiel sein, eine persönliche Meinung zu Konfliktpotentialen zwischen den Generationen zu bloggen – wenn man als Familien-Coach arbeitet.

Und von manchen Berufen erwarte ich geradezu, dass ich online etwas über sie finde: Wer als freiberuflicher Kommunikations-Profi arbeitet und online keine Arbeitsproben, keine Fachartikel oder ähnliches anbietet, der macht etwas falsch. Der ist zum einen nicht sichtbar, nicht auf-findbar und zum anderen stellt er sich ganz einfach als Kommunikationsprofi dar, der nicht kommunizieren mag.

All das findet auch Johnny Häusler, Blogger, Buchautor und Mitgründer der jährlichen Konferenz „re:publica“:

Johnny Häusler (wired): Man kann online auch zu wenig von sich preisgeben

Foto von Galerie Rothamel unter CC-Lizenz